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Thursday, 3 October 2013

(ACHTUNG! GEDANKENKOTZE!) Ein sehr guter Freund erzählte mir einmal, dass er keine Personen vermissen kann. Ich weiß nicht, ob er meinen Blog liest, das erwarte ich auch keineswegs - von niemandem, aber ich möchte euch versuchen zu erklären, was ich zurzeit fühle, denn ich habe das Bedürfnis, mit jemanden zu reden und das Gefühl, dass genau diese sehr guten Freunde mir dafür nicht mehr zur Verfügung stehen. Und das macht mich traurig. Aber ich wollte euch es ja versuchen zu erklären. Ihr könnt diesen Text auch einfach überspringen, wenn ihr wollt. Ich will nur das Gefühl haben, dass ich es irgendwie aus mir raus gelassen habe, versteht ihr? Ihr müsst nicht. Also, zurück zu meinen Gedanken. Ein Freund hatte mir also einst erzählt, dass er keine Personen vermissen kann. Ihr denkt jetzt sicherlich, dass er kaltherzig sei, aber nein, das ist er nicht. Obwohl ich zugeben muss, dass mich diese Tatsache doch etwas verwundert hat. Aber er erklärte mir, dass er keine Personen vermisst, sondern lediglich »eine schönere Zeit«, wie er es nannte. Und das ist der Punkt, der mir zurzeit zu schaffen macht. Diese vergangenen Zeiten, die nicht mehr wiederkommen. Jeder Mensch verändert sich im Laufe seines Lebens, das ist ein Fakt. Dass man dabei Menschen gehen lassen muss, ist auch ein Fakt. Aber dass es langsam und qualvoll gehen soll, weil man den genauen Zeitpunkt des Abschiedes kennt, das ist kein Fakt, aber meine Situation. Ihr müsst wissen, ich bin keine Person, die etwas mitbekommt und dann nach dem Motto: »Tun wir so als hättest du das nie erfahren« weiterlebt. Das geht bei mir einfach nicht. Und eigentlich wusste ich schon viel früher, dass der Tag kommen wird, an dem es endet. Was soll enden, fragt ihr euch? Ich gebe zu - und wenn ihr meine Texte vor ein paar Monaten gut gelesen habt, dann wisst ihr es auch -, dass es mir dort echt dreckig ging. Gründe sind jetzt nicht von Belang. Aber meine »schönere Zeit« liegt in diesem Zeitraum, auch wenn es etwas paradox klingt. Denn in dieser Zeit lernte ich einige Leute sehr gut kennen und von diesen Personen schreibe ich. Das waren nämlich Menschen, die ich regelmäßig sah und die erkannt haben, dass es mir nicht gut geht, ohne meine Blog-Texte gelesen zu haben. Und bei einer Person war es auch, bei der ich mich ausgeweint - zum ersten Mal in meinem Leben - habe und die dann mit mir geweint hat. Sie haben mich alle abgelenkt und zum Lachen gebracht, zum echten Lachen und nicht nur ein falsches, um der Freunde wegen. Und dann kamen die Sommerferien und ich muss gestehen, dass ich sie vernachlässigt habe, weil ich zu beschäftigt damit war, glücklich zu werden. Außer eine Person. Die Person, die niemanden vermisst - die gleiche, die ich zuallererst erwähnte. Aber ich muss auch gestehen, dass ich auch ihn vernachlässigt hätte, wäre er nicht so wie er war. Denn auch er musste mitbekommen, wie ich manchmal ziemlich - welches Wort passt da am besten - komisch war. Und er hat es wirklich ausgehalten und dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Aber ich merke, dass ich wieder zu sehr vom Thema abschweife. Also, es ist einfach so, dass wir uns langsam dem Ende nahen, von dem ich sprach. Es ist auch eigentlich noch ungefähr ein dreiviertel Jahr entfernt, aber es ist mir klar geworden, dass ich daran festhalte. An »die schönen Zeiten«. Ich werde alle, jeden einzelnen, dieser Personen verlieren. Und damit meine ich vor allem die Beziehungen. Schon jetzt sind wir dabei, uns zu verlieren. Und ich habe bemerkt, dass ich in letzter Zeit versucht habe, das zu verhindern. Aber das Problem ist, dass wir uns alle verändert haben. Vielleicht auch nur ich. Ihr wisst, dass ich nun glücklich bin. Aber wenn man glücklich ist, bedeutet das nicht, dass alles gut ist, wisst ihr. Es bedeutet nur, dass die Basis geschaffen wurde, damit alles gut wird. Es ist als waren wir vorher ein vollständiges Puzzle und plötzlich habe ich meine Form verändert und passe nicht mehr. Wir versuchen es, vielleicht auch nur ich, aber es entsteht kein einheitliches Bild mit mir. Und ich erkenne, dass es einfach nicht mehr passen wird. Dass ich zu anderen Puzzle-Teilen gehören muss, von denen ich noch nicht weiß, wo sie sind. Und diese Erkenntnis, sie macht mich fertig. Nicht die Art von fertig, die ich früher hatte, sondern die Art von fertig, die man haben kann, wenn man trotzdem glücklich ist. Vielleicht versteht ihr das alles nicht, aber das ist nicht wichtig. Das Einzige, was ich jetzt nur noch tun kann und werde, ist loslassen und nicht mehr festhalten. Ich werde es nicht noch schlimmer machen. Ein glatter Bruch. Heilt schneller.

7 comments:

  1. So true...
    Im Grunde bin ich auch glücklich, aber so wie du, bin ich ein Teil, der nicht in dieses verdammte Puzzle passt, egal wie ich mich drehe und wende. Also wo sind die anderen Teile, die mich ergänzen und die ich ergänze??

    wundervoll geschrieben und ich wünsche dir ganz, ganz viel Kraft <3

    In Liebe...Nanouk.

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    1. Das kann ich dir nur zurück geben, Liebes. Ich hoffe, du schaffst deinen Weg zum Marathon. ♥

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  2. wow, ich bin richtig beeindruckt. Der Text erzählt so viel, ich kann dich verstehen. Tut gut zu wissen, dass man nicht alleine ist. Ich wünsche dir noch ganz viel Kraft und vor allem das was du erreichen willst.

    Elisa ..

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  3. Unglaublich, tausend Dank, du hast mir aus der Seele gesprochen. Sommerferien verändern so viel!

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    1. Danke dir für den Kommentar, Fion. :)

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  4. das klingt so als wäre da leben zum sterben da, dass alles was man tut am ende im tot oder abschied endet. und wahrscheinlich stimmt das sogar.
    ich möchte keine promo machen, aber ich hab mir gedanken über das Glück im leben gemacht, vielleicht bringt es dir etwas!
    http://karlaslibellenschwarm.blogspot.de/2013/12/gluck_18.html
    liebste grüße
    karla

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Dear whoever is reading this, everything is going to be alright.