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Thursday, 16 May 2013

VERDAMMT, WAR ICH GLÜCKLICH. VERDAMMT, WAR ICH FREI.



Okay, ich gebe zu, die letzten Wochen jetzt ist mir Schule so egal geworden, was man mir bestimmt auch an meinen Noten ansieht, da sie jetzt schön auf'm letzten Drücker alles runterziehen, aber wie gesagt, es ist mir jetzt irgendwie recht egal geworden. Fragt mich nicht, warum. Ich hab schon an Neujahr gesagt, dass 2013 ein schreckliches Jahr wird und wie immer sage ich mir jetzt, dass ich's nächstes Jahr besser mache. Sommerferien werden für mich bestimmt einerseits sehr traurig und andererseits richtig schön werden, aber dazu dann bestimmt in 'nem späteren Post, weil ich sonst zu melancholisch werde.

Als ich aus dem Badezimmer komme, höre ich die Stimmen von den Wilde Kerle Jungs aus dem Zimmer meiner Geschwister. Dann ertönt einer der Soundtracks, der mich an meine Kindheit erinnert. Die Zeit, in der ich diese Filme geliebt habe. In der Zeit, wo mein Bruder, die Nachbarszwillinge und ich draußen auf unseren Fahrrädern herum gefahren sind und uns in Teams gegenseitig gejagt haben. In der Zeit, wo wir vier an der Hauswand dieses Fußballspiel wie in den Filmen gespielt, sodass wir abwechselnd den Ball an die Wand geschossen haben. In der Zeit, wo wir deswegen Ärger bekommen, weil wir die Leute in den unteren Wohnungen gestört haben. In der Zeit, wo wir auf dem Sportplatz zu viert Fußball gespielt haben - uns zuschreiend, durch das Feld laufend und die Hände in die Luft werfend als wir ein Tor geschossen haben. In der Zeit, wo ich niemals dieses Girlie-Mädchen sein wollte und es heute noch in vielen Dingen immer noch nicht will. In der Zeit, wo meine Schwester immer dieses Girlie-Mädchen und ich diejenige mit den Jungsklamotten war. In der Zeit, wo wir von den ganz oberen Stockwerken uns Zettel runter geschmissen hatten, wenn wir was brauchten, wie wir dem vom Wind weggewehten Zettel nachliefen - ich erinnere, wie meine Mama so schlau war und einen Zettel zusammen mit einem Anspitzer runter geworfen hatte, damit es nicht wegfliegt. In der Zeit, wo ich mit aufgeschlagenen Knien ankam - davon jetzt eine fette Narbe habe. In der Zeit, wo wir unsere Videospiele spielten, zum hundertsten Mal das gleiche Lied Karaoke sangen und die Zeit so schnell verging, dass die Zwillings-Eltern uns anrufen mussten, damit sie nach Hause kommen und sie dann darum baten, länger zu bleiben. In der Zeit, wo sie dann immer bei uns gegessen haben, weil es so spät wurde. In der Zeit, wo irgendwie alles besser war, weil alles daraus bestand, morgens aufzustehen, in die Schule zu gehen und zu Hause dann die Zwillingsbrüder anzurufen, damit sie kamen und irgendwann sehr spät abends, das damals zwanzig Uhr hieß, dann wieder schlafen zu gehen. Und was ist nun? Wir haben rein gar nichts mehr miteinander zu tun, begrüßen uns kurz mit einem aus Höflichkeit gemurmelten »Hey«, wenn wir uns mal zufällig im Haus treffen und werden von unserem eigenem Leben erdrückt. Ich vermisse die Wilde Kerle Nation.

5 comments:

  1. Der Text ist wirklich schön. In meinem Leben gibt es auch einige Menschen die einmal Freunde waren und nun wie Fremde wirken. Traurig..

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    1. Ja, das ist wirklich immer ziemlich traurig. Aber muss man leider mit leben ...

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  2. danke dir <3
    sehr traurig der Text, das kenne ich..

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  3. Ich weiß zwar nicht, auf welche Art von Schule du gehst, aber falls du auf ein Gymnasium gehst, kannst ich dir nur sagen : Mache bitte nicht den gleichen Fehler wie ich, dich wegen der Schule so sehr unter Druck zu setzen. Vor allem, wenn du noch nicht in der Oberstufe bist. Denn bis zur 10. Klasse sind die Noten eigentlich vollkommen unwichtig, solange du nicht sitzen bleibst. Ich habe immer versucht, die Beste zu sein. Aber wozu? Lebe lieber ein bisschen und setze dich nicht wegen Dingen unter Druck, die so unwichtig sind, dass sie es nicht wert sind, das Leben wegen ihnen zu vernachlässigen. Schade nur, dass ich das alles erst jetzt in der Oberstufe einsehe. Viel zu spät. Ich hätte mir so viel Stress sparen können, hätte ich früher erkannt, was wirklich wichtig ist. Und Noten sind definitiv nicht wichtig.

    Alles Liebe,
    Paulina ♥

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    1. Ja, ich gehe auf ein Gymnasium. Das ist wahrscheinlich viel leichter gesagt als getan - es ist echt schwierig, sich in diese Schule-ist-ja-eigentlich-nicht-so-wichtig-Situation zu versetzen, weil einem alle in der Umgebung sagen, dass man ohne einen guten Abschluss nichts im Leben schafft und so weiter. Oh ja, das kenne ich - ich bin auch eine ziemliche Perfektionistin und versuche immer überall, irgendwie besser zu sein. Schlechte Angewohnheit. Aber in letzter Zeit ermüdet mich dieser ganze Stress, mein ganzes Verhalten, ich und mein Leben einfach, dass mir das alles so egal ist. Aber ich weiß, dass sich diese Einstellung spätestens nächstes Jahr wieder in die alte zurückfallen wird und ich den enormen Druck wieder ausgeliefert sein werde. Ich weiß auch nicht wirklich, wie ich das ändern kann, weil, wie schon erwähnt, alle in meinem Umfeld auch Druck machen. Wie hast du es "geschafft" jetzt so über die Noten-Sache zu denken?

      Danke sehr für deinen Kommentar! ♥

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Dear whoever is reading this, everything is going to be alright.