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Friday, 29 March 2013

AN DEM TAG ALS KONNTEN WELTEN STERBEN, LAG ICH IN DEINEN ARMEN.


Ich hoffe, dass ihr alle einen schönen (darf man das eigentlich wünschen oder passt das eher nicht?) Karfreitag habt. Bevor ihr über den Text da unten urteilt, würde mich da etwas interessieren. Warum denkt ihr, warum ihr auf dieser Welt seid? Denkt ihr, es gibt überhaupt einen Grund? Würde mich gerade einfach mal wirklich interessieren, wie andere das so sehen.

Ich richte mich ruckartig auf und starre schwer atmend in die Dunkelheit. Die Bilder rasen immer wieder durch meine Gedanken. Fetzen, die mich jedes Mal ein Stück töten wollen. Ich sinke wieder in mein Kissen und unterdrücke einen Schrei während Tränen unentwegt meine Sicht verschwimmen lassen. Ich bemerke, wie gestört das aussehen muss und richte mich wieder auf - ich ziehe meine Knie an und versuche mit meinen Armen meinen Körper zusammenzuhalten, der jeden Moment kaputt zu gehen droht. Kurz huscht mein Blick zu meinen Wecker, 3:00 Uhr. Zwei Stunden habe ich echt durch geschlafen, was für ein Erfolg. Ich sehe aus dem Fenster, die Vorhänge sind aufgezogen - ich weiß, dass ich sie nicht mehr zuziehen brauche, weil die Nächte immer so aussehen. Du hattest mal gesagt, dass ich aus dem Fenster schauen soll als ich dich vermisst habe. Und seitdem tue ich das. Vor allem wenn ich mich so verloren fühle wie jetzt. Ich denke über unsere Gespräche nach, die Nachmittage, das Leben und die Welt - versuche damit die schlechten Bilder zu verdrängen. Ich sehe mich im Fensterglas, bin mir selber ein Rätsel. Wer bin ich? Und wieso bin ich hier?

14 comments:

  1. "Warum denkt ihr, warum ihr auf dieser Welt seid?
    Denkt ihr, es gibt überhaupt einen Grund?"

    Beide Fragen sind wirklich sehr schwer zu beantworten. Ich muss gestehen, dass ich mir oftmals Gedanke darüber mache, was das alles hier für einen Sinn machen soll, ob es überhaupt einen Sinn gibt.
    Mittlerweile bin ich soweit, dass ich glaube, dass ich einfach da bin um zu leben. Um das Leben vollkommen auszuschöpfen. Um das Leben lieben zu lernen und zu leben, wegen des Lebens willen. Um die Einmaligkeit des Lebens selbst zu spüren und zu erleben. Um einfach die Chance zu haben, das hier alles zu fühlen, zu sehen und das alles zu sein. Ich weiß nicht ob du verstehst was ich meine, ich habe mich, glaube ich, ziemlich verworren ausgedrückt. Aber ich kann es nicht besser. Ich hoffe einfach, du kannst nachvollziehen, was ich damit sagen will. Und ich hoffe, dass ich deine Fragen nicht falsch verstanden habe.

    In Liebe.

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    1. Vielen Dank für deinen Kommentar!
      Oh doch, ich kann dich sehr gut sogar nachvollziehen und du hast meine Fragen nicht falsch verstanden. Ja, vielleicht muss man den Sinn gar nicht verstehen, um wirklich leben zu können - vielleicht liegt auch genau darin der Sinn. "Um das Leben lieben zu lernen und zu leben, wegen des Lebens willen." Das ist sehr schön ausgedrückt. Trotzdem kann es manchmal ganz schön schwer sein, das Leben zu lieben und wirklich auch zu leben. Klar, man weiß, dass man es tun sollte, aber es kann auch eine ganz schöne Überwindung sein, den Gedanken auch in die Tat umzusetzen.

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  2. Ich habe eigentlich meinen Kommentar schon geschrieben, aber irgendwie wurde er nicht angezeigt. :/

    Also nochmal: Ich denke, dass du wie immer wundertoll geschrieben hast. Du schaffst es, einem bestimmte Bilder im Kopf heraufzubeschwören, das erfordert wirklich viel Talent. Und ich kann es nicht fassen wie viele Emotionen du in so wenige Wörter du packen kannst. ♥
    Einen Grund warum wir hier und jetzt da sind? Vielleicht ist der gar nicht so wichtig. Vielleicht ist es wichtiger, etwas daraus zu machen. Vielleicht gibt es keinen Grund, vielleicht könnten wir einen Grund gar nicht verstehen,, vielleicht müssen wir es auch gar nicht verstehen und ganz vielleicht ist das auch gut so. :)

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    1. Hm, das ist wirklich komisch mit dem Kommentar. o.ô
      Ja, vielleicht brauchen wir den Grund gar nicht zu wissen. Und vielleicht brauchen wir auch nichts weiter als dieses "Vielleicht". Weil dieses "Vielleicht" einfach ausreicht.
      Vielen lieben Dank für deine Worte. ♥

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  3. Ok. Bei der Frage passiert es ja leicht das man ausschweift. Ich versuchs trotzdem mal:
    Gibt es einen Grund, dass ich auf der Welt bin?

    Ja.
    Es würde keinen Unterschied machen wenn ich nicht geboren wäre - die Welt würde sich weiter drehen und mit ihr das Leben. Aber der Grund, warum es einen Grund gibt, ist die Tatsache selbst! Ich bin jetzt hier, ich lebe! Darin fasse ich gerade Vertrauen, auch wenn es von Zeit zu Zeit schwer ist. Es gibt wenige Dinge die ich mehr hasse als Ungewissheit, nur in dem Fall ist die Ungewissheit vielleicht ein Geschenk, denn so kann jeder seinen eigenen Grund finden warum und weshalb. Das Leben empfängt uns mit offenen Armen und gibt uns die Freiheit selbst zu bestimmen wieso.
    Uaah, noch schnell die Kurve kriegen vor dem zu tiefsinnig werden.
    Und ein schöner Text, mal wieder:)

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    1. Danke für deinen Kommentar!
      Es ist schön zu lesen, dass es so viele Leute gibt, die die Antwort auf die Frage nicht haben, aber dennoch vollkommen damit glücklich sind. Du hast Recht, wir - jeder einzelne von uns - sind diejenigen, die den Grund finden können, in dem wir einfach nicht über den Grund nachdenken.

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  4. Ganz schwere Frage! Ich selbst lebe in Bangkok und bin von vielen tiefglaeubigen Menschen umgeben (Hindus, koreanischen Christen und Animisten, chinesischen und thailaendischen Buddhisten, etc.). Fuer all diese Menschen stellt sich die Frage erst gar nicht, da die Antwort im ihrem Glauben bereits enthalten ist. Ich selbst bin seit meiner Jugend Atheist, da wird's dann schon schwieriger. Vielleicht kann ich es am besten erklaeren, wenn ich Jean Paul Sartre's Definition von Person und Persoenlickeit (ein Begriff der im Umgangsdeutschen immer falsch verwendet wird: man ist keine Persoenlichkeit - man hat Persoenlichkeit!) heranziehe. Alle Menschen werden gleichwertig als Personen (grob gesagt als Ding/Huelle/Mitglied einer Gattung) geboren, aber ihre Persoenlichkeit (ihr(e) Wesen/Seele, ihre Menschlichkeit im eigentlichen Sinne) muessen sie sich erst erarbeiten. Vielleicht kann man diesen Argumentationsstrang auch auf die Frage des Grundes fuer unsere Existenz uebertragen. Fuer die Menschheit als Gattung gibt es keinen hoeheren Grund ihrer Existenz, ein chemisches Zufallsprodukt in der Endlichkeit des Alls, aber fuer das Individuum an sich gibt tatsaechlich einen Grund seiner Existenz: die eigene Bewusstwerdung, die Auseinandersetzung mit sich selbst und seiner Umwelt. Kurz: die von dir geschaffene Persoenlichkeit ist der Grund deiner Existenz. Schau dich doch mal! Wie viele Menschen siehst du jeden Tag, die keine Persoenlichkeit (Seele) besitzen? Sie existieren als seelenlose Materie, aber nicht als bewusste Menschen. Sie existieren GRUNDLOS. In der Hinsicht allerdings musst du dir bei deiner TIEFGRUENDIGKEIT keine Sorgen machen. Obwohl du noch sehr jung bist, hast du bereits mehr Persoenlichkeit als viele erheblich Aeltere zusammen.

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    1. Das war grad echt wunderschön ausgedrückt.

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    2. Erstmal - Bangkok ist 'ne wunderschöne Stadt und ich find's toll, dass du da lebst!
      Und ich kann Dornröschen nur zustimmen, du hast das alles wirklich sehr toll beschrieben. Vielleicht gibt es wirklich einen Grund und vielleicht ist es meine Persönlichkeit, wie du erwähntest. Über meine Persönlichkeit habe ich nie richtig nachgedacht, aber du könntest durchaus recht haben. Ich danke dir für diesen Kommentar!

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  5. Gute Frage, auf der einen Seite glaube ich schon, dass es einen Grund gibt. Jede unserer taten bewirkt etwas im Leben der anderen, kann etwas auslösen. Egal, ob das nur kleine sind oder weltverändernde. Das ist so ähnlich wie das mit den Schmetterlingen, die mit einem einzigen Flügelschlag ganze Stürme irgendwo anders auf der Welt auslösen können. Allerdings weiß ich nicht, ob es einen Grund hat, dass die gesamte Menschheit hier ist. Vielleicht sind wir einfach nur hier um zu leben und das beste daraus zu machen. Vielleicht, damit diejenigen, die nach uns kommen, wissen, dass sie es besser machen können als wir.

    So, ich glaube ich habe mich noch nie auf deinem Blog zu Wort gemeldet, obwohl ich schon länger Leserin bin. Ich wollte aber noch sagen, dass ich deine Texte und Bilder total mag. Deshalb gibt es auch einen Blogaward für dich:
    http://isasisle.blogspot.de/2013/03/das-war-der-marz-und-mir-wurde-ein-blog.html

    Alles Liebe
    Luisa

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    1. Ein wirklich schöner Vergleich, das mit den Schmetterlingen. Ja, eigentlich sind wir alle auch selbst Gründe für jemand anderen - vielleicht verbindet uns das alle irgendwie. Und auch mit der Menschheit könntest du recht haben, obwohl ich es echt traurig finde, wie die Welt zurzeit ist. Vielleicht brauchen diejenigen, die nach uns kommen, gar nichts besser machen, wenn WIR es JETZT besser machen. Vor allem die Jugendlichen/Kinder wie mich. Wie Johnny Depp mal gesagt hat: "Ihr Kinder seid die Zukunft!" Wir könnten die Nächsten sein, die die Kraft besitzen, die Welt viel besser zu machen. Und wir werden auch die Kraft dafür besitzen, nur werden sie nicht viele nutzen. Ich kann echt nur an jeden appellieren, sich für seine Umwelt und Mitlebewesen einzusetzen. Aber ich komme gerade etwas vom Thema ab.

      Also auch ein großes Dankeschön für den Blogaward (ist mein erster dann, hihi) und auch danke für deine Meinungsäußerung. Es freut mich, dass du regelmäßig meinen Blog liest und ich finde es wirklich super, dass man mal voneinander liest! :)

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  6. Der eigentliche Grund dafür, dass ich gezeugt, letztendlich auch geboren und nun auf dieser Erde wandle, liegt darin, dass meine Eltern bei meiner Zeugung sturzbetrunken waren und es aufgrund der daraus resultierenden Koordinationsschwierigkeiten nicht geschafft haben, im letzten Moment nach einem Kondom zu greifen. Wenn sie damals nicht so tief ins Glas geschaut hätten, würde ich heute nicht existieren. Klingt ziemlich unromantisch, ist aber so.
    Der Sinn eines jeden Menschenlebens, ganz egal unter welchen Umständen dieses entstanden ist, liegt für mich jedoch in den Dingen begründet, die der jeweilige Mensch vollbringt. Eine einzelne Person kann zum Beispiel ein Buch schreiben, einen Film drehen, ein Kunstwerk mit Farbe und Pinsel erschaffen, um seine Botschaft in die Welt auszusenden und somit weitere Menschen zu inspirieren. Man kann Arzt oder Feuerwehrmann werden und Leben retten, man kann Sozialarbeiter werden und Jugendliche in Not unterstützen, man kann in die Politik gehen und sich für eine Sache einsetzen... Es gibt unendliche viele Möglichkeiten.
    Aber es sind vor allem die kleinen Dinge, die unser Leben mit Sinn erfüllen. Ganz egal, ob wir uns gesellschaftlich engagieren, der älteren Dame von nebenan beim Hochtragen der Einkaufstüten helfen oder einfach unseren normalen Alltag bestreiten. Mit jeder Handlung, die wir bewusst oder unbewusst ausführen, beeinflussen wir direkt oder indirekt das Leben unserer Mitmenschen. Und auch wenn es weltweit gesehen keinen Unterschied machen würde, ob ein Einzelner existiert oder nicht, macht es doch auf örtlicher Ebene einen enormen. Denn das Leben unserer Familien, unserer Freunde, unserer Bekannten würde bestimmt in gewissen Punkten anders verlaufen, wenn es uns nicht gäbe.
    Meiner persönlichen Meinung nach sollte jeder den Sinn seines Lebens darin begründet sehen, die Welt durch seine Existenz und durch sein Verhalten ein kleines bisschen besser und schöner zu machen. Und dabei ist es egal, ob man in die Geschichtsbücher eingeht oder einfach nur das Leben seiner Mitmenschen bereichert. Alles, wirklich alles, auch wenn es auf den ersten Blick unbedeutend erscheinen mag, kann das Leben eines anderen Menschen in positivere Bahnen lenken und dazu beitragen, dass unsere Welt ein besserer Ort wird.

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    1. Danke auch dir für deinen Kommentar. Und in vielen Hinsichten schneiden deine Annahmen auch meine Ansichten. Wir alle beeinflussen das Leben anderer, wenn auch nur ein kleines bisschen. Und sicherlich werden es auch nicht nur gute Beeinflussungen sein, aber wir beeinflussen es. Diese Beeinflussung, ist eine Tatsache. Aber ob es auch gleichzeitig der Sinn unseres Lebens ist? Mhm.

      Und zu deiner "Erzeugungsgeschichte" - wenn du es so siehst, dann hat diese unromantische Geschichte mehr Bedeutung als es sich vielleicht anhört. Du bist auf der Welt. Und du beeinflusst sicherlich viele Menschen in deiner Umgebung - und das bestimmt im positiven Sinne. :)

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Dear whoever is reading this, everything is going to be alright.