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Monday, 4 February 2013

DIESE NARBEN, DIE HIER BLEIBEN NACHDEM DIE ZEIT DIE WUNDEN HEILTE, SOLL AM BESTEN KEINER MEHR SEHEN ...

Meine Hände zittern, ich wiege mich hin und her. Erfüllt von Angst horche ich, die Stille ist erdrückend. Ich zucke bei jedem kleinen Geräusch zusammen und mache mich bereit, im Notfall aufzuspringen und durch die ganze Wohnung zu sprinten. Ich frag mich, wie sich das alles in den letzten Stunden verändern konnte. Ja, mir ging es gut. Seit langem mal wieder, und es tat gut. Sehr. Und jetzt sitze ich hier in meinem Zimmer, bin eigentlich todmüde, aber bringe es nicht über's Herz, schlafen zu gehen. Zu groß ist die Angst, dass ich zu spät kommen würde, wenn es eintreten wird. Ich versteh schon, was das heißen soll. Ich bin kein Mensch, der dauerhaft glücklich ist - glücklich sein darf. Ich verdiene es nicht. Und ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass es je so war. Aber warum bekomme ich es nicht direkt ab? Warum muss ich immer Angst um andere haben? Ist es nicht gerechter, wenn ich den ganzen körperlichen Schmerz zugefügt bekomme anstatt diejenigen, die mir am Herzen liegen? Ich schaue mir immer wieder meine Unterlagen an, und Beiträge im Internet. Mit jedem Stichpunkt kriege ich noch mehr Angst. Ursachen, Symptome, Maßnahmen. Immer wieder die Symptome, die mir Angst einjagen. Und immer die Maßnahmen, die ich versuche, in mein Hirn zu brennen. »Beruhig dich, das ist alles bestimmt nur Zufall«, rede ich mir immer und immer wieder ein. »Alles wird gut, morgen - oder besser gesagt, heute - wird bestimmt alles wieder in Ordnung sein und dir wird es wieder gut gehen. Alles nicht der Rede wert. Hör auf, dich selbst verrückt zu machen! Es ist bestimmt nichts Besorgniserregendes ...« Aber warum mache ich mir dann solche Sorgen? Ich habe das Bedürfnis mit jemanden zu reden. Ich schaue mir an, wer gerade auf Facebook online ist. Dann stocke ich. Nein. Nicht nur, dass ich nerven würde - ich würde es später auch bereuen. Wie immer, wenn ich die Situation nicht einschätzen kann und naiv bin. Außerdem würde ich auch irgendjemanden belasten, wie meine Schwester gerade. Obwohl es mich etwas beruhigt, dass ich ihr Bescheid gegeben habe. Es gibt mir ein sicheres Gefühl und ich bin ihr immer noch bis an mein Lebensende dankbar, dass sie damals da war - als ich tränenüberströmt dem Nervenzusammenbruch nahe war und solche Angst um ihre Leben hatte. Ich, die nichts tun konnte und total aufgelöst alles nur noch schlimmer machte. Ja, mit Abstand der schlimmste Tag meines Lebens und gleichzeitig der Tag, der diesen Teil meines Charakters noch mehr geprägt hat als er ohnehin schon war. Weswegen ich nicht die positivste Person bin. Weswegen ich überhaupt diesen Text hier schreibe. Weswegen ich überhaupt Texte schreibe. Habe ich eigentlich überhaupt mal mit jemanden über meine Texte gesprochen? Nicht speziell auf den Inhalt bezogen, meine ich, denn das ist schon zu oft passiert, sondern im allgemeinen? Und dann fällt mir es ein. Ja, mit einer Person habe ich einmal darüber geschrieben. Ich weiß nicht, ob diese Person sich noch daran erinnert, denn es ist schon eine Weile her und es war für denjenigen auch wahrscheinlich nicht besonders neu über diese Dinge zu schreiben, aber für mich war es das. Dieses Ja-ich-kann-dir-alles-anvertrauen-Gefühl, das ich seit langem wieder bei einem Menschen gefühlt habe. Schon komisch, weil ich mit diesem Menschen damals noch nicht mal wirklich befreundet war. Und nun? Ich weiß nicht. Ich weiß noch nicht einmal so genau, warum ich diesen Text hier veröffentlichen werde. Mein Blog dient ja eher als mein persönliches Sammelalbum, also denke ich wohl, dass dieser Text in das Album kommen sollte, weil es an eine Nacht voller Angst und schrecklichen Erinnerungen erinnert. Ein Teil von mir. Und wird es immer sein, ich kann ihn nicht einfach so löschen. Also entschuldige ich mich bei allen, die diesen Text jetzt gelesen haben, denn ich habe auf jedem Fall eure wertvolle Zeit verschwendet, die ihr nicht mehr wiederbekommt. Tut mir Leid. Sehr.

5 comments:

  1. Hey du, erst mal guten Morgen.

    Darf man denn fragen, was denn los ist? Ist deine Schwester irgendwie krank oder so?

    Ach...wenn ich den Text hier lese, erinnere ich mich dara, dass es mir einmal fast genauso schlimme gegangen ist. Obwohl ich auch heute ovt noch diese Momente habe, wo regelmäßig zusammenfahre, weil jemand ganz laut schreit oder ähnliches. Momente, wo ich aufgeschreckt zusammenzucke, weil mich jemand an der Schulter berührt. Und manchmal sehe ich IHN noch, IHN de es gar nicht gibt und der eine Zeit lang mein stiller und lästiger Begleiter war.

    Hey, wenn du wirklich ab und an jemanden zum schnellen schreiben (also Chatfenster) brauchst, kannst du dich gerne bei mir melden. Wir kennen uns zwar auch nicht, aber bei Fremden besteht zumindest keine Gefahr, dass sie jemanden über dich erzählen, denn wem sollen sie denn deine Gedanken und Gefühle "petzen", sodass es Konsequenzen nach sich ziehen würde??

    Also meine Zeit, hast du nicht verschwendet (:


    In Liebe...Nanouk

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  2. Es war sicher keine Verschwendung unserer Zeit - eher ein Zufluss an Informationen über dich, über das man dankbar sein sollte :)

    Alles Liebe ♥

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  3. Nicht du verschwendest unsere Zeit. Es war unsere Entscheidung, die Zeit zu nutzen und von dir zu lesen, nicht deine. Und da wir uns entschieden haben bis zum Schluss zu lesen, war es uns das Wert. Keine Verschwendung - sondern eine Bereicherung!

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  4. dein blog ist wirklich super gestaltet!
    und deine texte echt gefühlvoll, und schön ... danke :)

    liebe grüße, daria.

    rundherumundmittendrin.blogspot.de

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  5. Ich bin absolut begeistert von deinem Blog!
    Das Design gefällt mir echt super und tolle Post gibts auch noch :)

    LG, Chantal

    http://remove-the-mask.blogspot.de/

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Dear whoever is reading this, everything is going to be alright.